Erinnerungen an die ehemalige deutsche Stolper Heimat
Das Heimatland ist (wie alle wichtigen Erlebnisse und Erfahrungen im Leben, die Gefühle berühren) ein Bestandteil der Seele eines Menschen, es bleibt für immer !
Heimat auch nicht an andere abtretbar, sondern bestenfalls, wenn unvermeidbar, mit ihnen teilbar.
Diese Webseite möchte somit auch die Gefühle der Stolper Erlebnisgeneration einbinden, die sich immer noch mit ihrer alten Heimat verbunden fühlen. Und sie möchte die Erinnerungen an diese Heimat erhalten, damit diese einen festen Platz nicht nur im Geschichtsbewußtsein der Menschen, sondern auch in deren Herzen erhält oder auch bei den Nachkommen bekommt.
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Informationen können nüchterne Fakten wiedergeben, aber auch Gefühle zum Ausdruck bringen, die mir vor allem wichtig sind. Diese Informationen aus früheren Zeiten sollen Erinnerungen an eine Heimat wachhalten, deren damalige deutsche Bevölkerung einen nur ihrer Region auferzwungenen Exodus nicht verdient hat.
Denn es sind nur die ostdeutschen Länder, östlich von Oder und Neisse, deren Bevölkerung ab Kriegsende 1945 durch Flucht und Vertreibung ihre Heimat verloren.
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Diese unabhängige Webseite möchte Sie über das alte, historische deutsche Stolp informieren - so wie es damals in der Heimat unserer Eltern und Vorfahren war. Hier sollen vor allem diejenigen gewürdigt werden, die aus dem alten wendisch geprägten Stolp eine moderne deutsche Stadt gemacht haben. Dass die Geschichte dann eine andere Wende nahm, ist nicht ihr Verschulden, sondern beruht auf europäischen Konflikten des 20. Jahrhunderts.
Diese Webseite will keine wissenschaftlichen Beschreibung von Orten und Menschen der Stolper Region in Form von Zahlen und Fakten sein - in dem Falle sollten Sie vielleicht weiter "googlen". Ich aber möchte Ihnen Stolp in Erinnerung bringen, so wie Sie es von früher kannten oder wie es von Ihren Eltern und Großeltern beschrieben wurde.
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Viele junge Leute betreiben heute vor allem durch die effizienten Möglichkeiten der EDV persönliche Familienforschung, wollen wissen, was vor ihnen war. An sie sei erinnert, das Vorfahren Menschen mit persönlichen Schicksalen waren und nicht nur Geburts- und Sterbedaten - wo es nur wichtig ist, die Zahlen lückenlos hintereinander zu bringen. Sicher braucht man erst einmal Namen und Daten, dann aber fängt es erst an - interessant zu werden, wenn man ähnlich wie heute bei einem Schädel eines Neanderthalers sein Gesicht wieder rekonstruieren kann. Und vor allem das Umfeld, in dem er oder sie gelebt hat/haben. Welche Verhältnisse haben dazu geführt, daß es eine hohe Säuglingssterblichkeit gab, aber auch ein geringes Durchschnittsalter?
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Mein Verhältnis über Wahrheit und Glauben über die Zeit vor 1945
Was aber ist/war wahr und was darf man "glauben", das ist manchmal nicht einfach. Und soll man denen glauben, die es erlebt haben? Oder doch besser denen, die aus Büchern abgeschrieben haben, deren Autoren vor 1945 nicht in Deutschland gelebt haben? Ich habe immer meinen Eltern vertraut, denn sie waren ehrlich zu mir und warum sollte ich ihnen nicht auch glauben, wie sie damals alles erlebten? Mein Vater mußte bis Ende 44 Fallschirme reparieren u. falten, wurde im Jan. 1945 eingezogen, nachdem kein deutscher Flieger mehr etwas wenden konnte. An der Wand bei uns zu Hause hingen Bilder vom Turnvater Jahn und von Stolper Sportlern, mein Vater war im Turn- und Fußballverein. Wie in jedem Haushalt hing auch irgendwo ein Bild vom Führer, wie bei allen anderen auch - es hatte aber keine Bedeutung für die Familie. Wir hatten ein Blaupunkt-Radio, mit dem zuletzt die Wehrmachtsberichte gehört wurden, aber Nachricht wurden auch gehört, um sich rechtzeitig vor Fliegerangriffen in Sicherheit bringen zu können. Also eine ganz normale Familie, ich kann da keine persönliche Schuld an der damaligen Zeit erkennen.
Meine Vorschulkindheit waren die Kriegsjahre und ich kenne Stolp noch als Kind, ohne beteiligt zu sein. Trotzdem habe ich viele wahrgenommen, auch die Aussagen meiner Eltern, Großeltern und Verwandten und den Vergleich mit dem nach 1945. In der Schule gab es "bewußt gewollt" keine deutsche Geschichte außer der Steinzeit. Umso wissbegieriger war ich später, wo ich allen Spuren der Zeit vor 1945 nachgegangen bin. Dieser Bereich der Kindheit ist heute für mich ein wichtiges Kapitel - was war damals und warum? Im Gegensatz zu anderen Zeitzeugen interessiert mich das damalige Regime weniger, denn die Menschen, wie die damit umgegangen sind.
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Erinnerungen an Stolp von damals - Gefühle werden berührt
Und es ist Stolp oder Klein-Paris, wie man damals sagte - den Flair der Stadt. Die jungen Leute gingen ins Cafe Reinhard zum Tanz, anders als junge Leute heute in die Disco. Der Rosengarten und andere Erholungsparks, ich erinnere mich an viele hohe Hecken, hinter denen man sich verstecken konnte, die Blumenbeete, die Mütter mit ihren Kindern auf den Bänken u. vieles mehr, die Fahrt mit der Straßenbahn (an beiden Seiten mit Fahrerstand, der etwas tiefer lag, als der Fahrgastraum, den man aber von draußen nur über Stufen erreichen konnte. Jeder hat seine eigenen Geschichten von Stolp. Die sind mir wichtig und man muß sich jede Geschichte in der damaligen Zeit bildlich vorstellen können. Und dann die Frage, womit hat es Stolp und seine Bewohner verdient, sich für immer voneinander trennen zu müssen - wo doch die Münchner, Hamburger, Hannoveraner u. Berliner heute doch immer noch in ihrer Stadt leben. Warum wir aus dem deutschen Osten (der heute verschwiegen wird) und nicht andere ? Diese Seite möchte zeigen, wie man in Stolp damals gelebt hat, ob man dort glücklich war oder? Das alles benötigt keine Wissenschaft, aber Gefühle.
Diese Webseite soll also in erster Linie eine Seite der Erinnerung an unsere damalige pommersche Heimat sein, damit diese nicht dem Vergessen preisgegeben wird. Denn dort lebten viele Jahrhunderte unsere Vorfahren, die dieses Land gestalteten
Was erinnert heute noch an das damalige deutsche "Klein-Paris" Stolp vor 1940 ?
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Hierbei kommt es wohl eher darauf an, ob man das aus der Perspektive der Erlebnisgeneration sieht oder der Nachkriegsgenerationen.
Die Erlebnisgeneration sagt, sie fährt in die "Heimat" nach Stolp, was eigentlich ganz verständlich ist - die Nachkriegsgeneration dagegen ist eher der Meinung, sie fährt nach Slupsk, weil da heute nette Menschen leben (die genauso europäisch denken wie sie) und da früher auch die Eltern oder Großeltern herstammen. Dieses "früher" gleicht eher einer Verklärung aus einer Sagenwelt. Was die "Alten" noch von damals erzählen, kann nur mit viel Phantasie nachvollzogen werden, auch das Thema Flucht u. Vertreibung, weil das einfach nicht in die heutige westliche Welt passen will.
Eine Fahrt in die Heimat ist eine Fahrt nach "ZuHause"
Wenn nun die ältere Erlebnisgeneration nach "Stolp" fährt, macht sie auch eine Zeitreise in die damalige (ihre) Zeit, denn ihre Erinnerungen sind mit dabei. Der Weg in Stolp führt dann auch gleich an die alten Plätze dieser Erinnerungen, den Stephansplatz mit Rathaus, den Marktplatz oder auf den alten Friedhof, nicht zu vergessen das ehemalige eigene Zuhause.
Erst wenn man dort vor Ort ist, geht die Zeitreise nach einer Weile wieder in die heutige Zeit und man vergleicht die Erinnerungen mit den heutigen Eindrücken.
Wie fremd wirkt vieles heute, wenngleich man bemüht ist, die Stolper Geschichte auch optisch zu konservieren oder zu rekontruieren und sich mit den Deutschen zu engagieren. Man baut auch Brücken zu Erinnerungs- oder Gedenkstätten, z.B. die deutsch/poln. Gedenkstätte auf dem Friedhof. Und es soll bald ein deutsches Kleinod dort geben. Sicher ist Stolp nach wie vor eine schöne Stadt, aber was es heute nicht mehr gibt, ist das das Gefühl, zu Hause zu sein, seine Familie dort um sich zu sehen. Für uns ist Stolp=Slupsk zu einer Touristikstätte geworden.
Natürlich gibt es auch noch viele Gebäude und Anlagen von damals, aber auch sie haben Spuren der Veränderung hinter sich, folglich auch nicht mehr die Ausstrahlung wie vor 1940. Vor allem schon deshalb nicht, weil heute eine Mischbebauung zu sehen ist, die ein anderes Stolp als damals widerspiegelt.
Was man auch schlecht nachvollziehen kann, damals sprach jeder dort deutsch - was noch nicht einmal heute hier bei uns der Fall ist (wo man manchmal eher den Eindruck hat, im Ausland zu sein). Auch Firmen- und Strassenschilder hatten deutsche Namen. Kultur und pommersche Gewohnheiten waren so sehr vertraut, daß es nur einen Schluß gab, man war hier zu Hause. Das alles kann Slupsk nicht mehr widerspiegeln.
Suche nach Spuren aus der Antike oder dem 20. Jahrhundert ?
Viele Spuren führen nach Stolp, nicht nur in Erinnerungen mancher "Übriggebliebener von damals" Und diese Erinnerungen kommen immer wieder als Bilder jenen Stolpern vor den eigenen Augen auf. Wenn man die Bierdeckel von damals sieht, glaubt man, nur mal um die Ecke zu gehen und da schmeckt dann das Bier. Zu Hause schmeckt ja gewöhnlich das Bier auch immer am besten.
Aber dort in dem Haus, wo man einst wohnte, schauen andere Gesichter heraus und sprechen eine fremde Sprache. "Da um die Ecke, dort war mein Garten mit den schönen Blumen, drei Häuser weiter der Kaufmann, gegenüber der Friseur - neben uns die Nachbarn, der Max und die Else mit denen wir immer spielten". Schade, das ist heute alles anders. Nichts von alledem erinnert mehr daran.
Aber hat nicht auch im Westen bei uns die Zeit ihre Spuren hinterlassen? Sicher ja, man kennt die Stadt, in der man nach 1948 gelebt hat, auch nicht mehr wieder. Und doch bleibt dort manches doch vertrauter, warum?
Vom Eigentümer zum (zahlenden) Gast degradiert ?
Das Gefühl, daß man heute in Stolp nur noch erwünschter zahlender Gast ist, so wie in Spanien oder Italien - im europäischen Ausland? Man kann sich auch leicht an einen Urlaubsort gewöhnen, wenn man jedes Jahr dort hin fährt. Und ist es nicht ebenso heute mit Stolp?
Aber man kann und will seine Erinnerungen nicht verdrängen, die schmerzenden Gefühle von damals.
Was wäre heute, wenn 1945 die Pommern ihre Heimat hätten behalten dürfen? Und was wäre, wenn es heute hiesse, jeder Stolper dürfte wieder in die Heimat zurück, man wollte es wahrscheinlich aus Altersgründen nicht mehr.
Viele Gefühle schwingen mit, wenn man gedanklich zwischen dem damals und heute hin und hergerissen wird.
Und dann gibt es ja noch jene Landsleute, die Stolp nach 1945 nie wieder gesehen haben, so wie meine Eltern. Sie wollten Stolp so in Erinnerungen behalten, wie sie es kannten. Keine Vermischung mit der heutigen Realität in Kauf nehmen. Sie suchen lieber die Landsleute von damals bei den Heimattreffen, die ihre Sprache sprechen und verstehen können.
Doch dieses Kapitel ist in wenigen Jahren abgeschlossen, dann ist es endgültig (Heimat-?) Geschichte.
Welches Bild von der Heimatstadt ihrer Eltern suchen die Nachkommen?
Die pommerschen (?) Nachkriegsgenerationen erleben dagegen ganz andere Bilder. Sie sind in der BRD oder DDR, wie man das man nannte, groß geworden und kennen bestenfalls noch das Säbelrasseln der Großmächte im kalten Krieg. Sie haben vielfach Eltern aus unterschiedlichen Regionen (Pommern+Rheinland etc.), kennen selbst nur die Gebiete westlich von Oder und Neisse. Aber sie kennen das Internet und das verrät ihnen alles über die Geschichte und die Dimensionen der Welt. Von einer friedlichen Welt bis hin zu einem explosivem Gemisch. Und so bunt sehen auch Informationen über die Heimat der Eltern u. Großeltern aus.
Und wenn ein Elternteil aus Stolp stammt, hat man von Erzählungen von damals gehört und möchte das gern vor Ort selbst kennenlernen.
Aber welche Brille muß man in Stolp aufsetzen, um das zu sehen, was man glaubt, dort zu suchen? Sollte sie grau gefärbt sein oder rosarot, braun oder grün?
Von wo erhalten sie ihre Orientierung? Sind sie leicht durch politische Stimmungen zu beeinflussen? Wenn ein solcher Mensch in einer Zeitmaschine von 1940 bis heute sitzen würde, kann ich mir vorstellen, daß er dann mehrfach seine Brille wechseln würde. Dagegen hat ein Landsmann aus der Erlebnisgeneration nur eine Brille mit Klargläsern. Aber wollen junge Leute heute überhaupt wissen, was die "Alten" von damals erzählen können? Man kann es doch in Büchern nachlesen, die schließlich von Wissenschaftlern geschrieben wurden.
Wenn ich ein Geschichtsbuch in die Hand nehme, schaue ich immer auf die Rückseite, wann der Autor geboren ist, erst dann schaue ich mir das Buch an.
Viel abgeschriebene und nicht selbst erlebte Geschichte ist aus ausländischen bzw. übersetzten Geschichtsbüchern abgeschrieben, wenig wird wohl aus alten deutschen Büchern stammen. Die sind doch alle national angehaucht, ob während der Kaiserzeit oder danach.
Also werden es die "Alten" von damals auch sein, außer sie haben einen Nachweis, daß sie bereits schon vor 1945 im Gefängnis oder KZ saßen.
Ich aber glaube meinen Eltern und mein eigenes Kinderbild, was ich von Stolp habe, sieht auch nicht viel anders aus. Natürlich ist nach 1933 viel Schlimmes passiert, das soll nicht geleugnet werden - aber schuld sind immer Einzelne, nie alle.
Oder ist es die Suche nach alten Dokumenten über die Familie?
So wird nun ein "Landsmann" der Nachkriegsgeneration heute mit sehr gemischten Gefühlen nach Stolp reisen, es sei denn, er hat eine eindeutige politische Ausrichtung. Wie weit reicht da die Vorstellungskraft des Einzelnen, wie sehr hat er sich vor der Reise bereits mit der Geschichte seiner Vorfahren beschäftigt? Aber reicht das?
Viele unserer jungen Leute sehen Stolp wahrscheinlich so, wie sie es heute vorfinden, empfinden eher mit den heutigen Bewohnern. Und sie suchen vielleicht das Haus, wo mal ihre Eltern oder Großeltern gelebt haben.
Wenn man jedoch das damalige Stolp kennenlernen möchte, in dem unsere Familien zu Hause waren, muß man sich Dokumente und Bilder von damals wie hier auf dieser Seite anschauen. Damals sagte man zu Stolp auch Klein-Paris. Das läßt erahnen, wie es mal gewesen ist. Diejenigen, die es noch erlebt haben, werden es bestätigen, für sie ist diese Seite eine Erinnerung an ihre Heimat.



















